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Rhein Post Düsseldorf vom 4.10.1980

Haus wird restauriert.

In einem vielbeachteten Vortrag im Mai dieses Jahres hatte sich Dr. Edmund Spohr, Vorstandsmidglied Heimatvereins Düsseldorfer Jonges, im Mai vor seinen Vereinsfreunden für den Auftrag des Vereins eingesetzt, das Bild der Altstadt zu erhalten und zu verbessern. Schneller als zunächst zu erwarten sind den Aufrufen Taten gefolgt.

Die beiden Häuser Altestadt 10 und 12, gleich neben dem Theresienhospital und gegenüber dem Brauereiausschank Schlösser, wo die Jonges ihr Vereinsheim haben, wurden vorbildlich restauriert. Jetzt ist das große Eckhaus an der Ursuhnenstraße, Altestadt 14, eingerüstet. Im Einvernehmen mit der Brauerei Frankenheim, die die Gaststätte Kreuzherrenecke bewirtschaftet, soll dafür gesorgt werden, daß in Zukunft an der Fassade alles stimmt, die Reklame eingeschlossen.

Eigentümer der Häuser ist die Erbengemeinschaft van der Wippel. Ihr Vertreter, Regierungsdirektor a. D. Hans Georg Scheel, hat mit dem Architekten Dr. Spohr bereitwillig zusammengearbeitet und die mit der städtischen Denkmalspflege erarbeiteten Vorschläge angenommen.

Das Haus Nummer 14 hat eine interessante Geschichte. Es hatte, so berichtet Dr. Spohr, dem Freiherrn Johann Bertram von Scheidt gehört, den man Weschpfennig nannte. Der hatte es am 1. Februar 1626 von der Witwe des Licentiaten Adolph Steinhaus, Johanna Staut, für 1700 Reichstaler erworben, um für seine Familie einen Stadtsitz einzurichten. Über dem Eingang, der früher ein Torweg war, findet sich noch das Wappen des Freiherrn und seiner Frau, einer geborenen Tengnagel, mit der Jahresangabe 1627. Aus jener Zeit stammt auch eine kunstgeschichtlich wichtige Decke im Erdgeschoß. Bei der Kunst- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf 1880 gehörte eine Nachbildung der Decke sogar zu den vielbewunderten Ausstellungsstücken.

Die Aufmerksamkeit dafür wird nun wieder neu geweckt. Sehr wahrscheinlich, daß es bei Restaurierungsarbeiten in der Altstadt noch viel zu entdecken gibt.


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