Vorwort

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Vorwort

Wenn wir zurückschauen wollen auf die Geschichte unserer Vorfahren, kann man sich nicht auf gutgemeinte Aufsätze Zeitungsberichte verlassen. Darum stützen sich die Bestandteile meiner Familien Chronik auf eigene Erfahrungen und Anschauungen und sind aufgebaut auf Urkunden, Abschriften und Fotokopien, Dokumente und Akten aus den Archiven von Waldbröl, Ruppichteroth, Herrenbröl, Schönenberg und des Klosters Altenburg b/Wetzlar

Die wirtschaftliche Entwicklung steht heute im Oberbergischen Land an einem Scheidepunkt. Die durch Jahrhunderte fast unverändert gebliebene Wirtschaftsstruktur (Rittergüter, Kirchengüter, Adelssitze) sucht neue Wege. Die Geschichte der Rittergüter geht Ende, daher ist es Zeit sich mit der Vergangenheit meiner Vorfahren im Oberbergischen zu befassen.

Bei unserer Familienforschung im Oberbergischen Raum sind wir wissenschaftlich einwandfrei mit entsprechenden Quellenbelegen und alten Urkunden vorgegangen. Aus vielen bunten Mosaiksteinchen haben wir das Bild der Familie von Scheidt zusammengetragen und haben manches Neue und Wertvolle auf unseren Forschungsfahrten entdeckt. Es ist noch manches zu ergänzen und zu berichtigen, aber der Grundstein bei weitergehender Ahnenforschung ist gelegt.

Ich danke Josef von Weschpfennig und seiner Frau die mit ihrem vielseitigen Wissen viel dazu beigetragen haben unsere Familienchronik weiter zu vervollständigen. Auch meiner Frau gilt Dank für ihre unermüdliche Mitarbeit. Mein besonderer dank gilt auch dem Pfarrer von Ruppichteroth Harry Hendriks der uns alte Urkunden und Dokumente aus dem Pfarrarchiv zur Verfügung gestellt hat. Dank auch der Oberin des Klosters Altenburg, die uns Dokumente der Äbtissin Margaretha von Scheidt aus dem Jahre 1602 zur Abschrift zu Verfügung stellte, ebenso die letzten Besitzer von Herrenbröl (Hauptsitz der Adelsfamilie von Scheidt genannt Weschpfennig) Ottersbach-Krause für ihre Dokumente und mündliche Überlieferung über das Geschlecht v.Scheidt-W. Auch dem Pfarrer der Kapelle Schönenberg möchte ich für seine Hinweise danken.

Meine Familienchronik beginne ich mit den Schlußfolgerungen von Johann Peter Reith den Verfasser des Buches Miszellaneen über Rüpperichteroth 1885.

Namentlich gibt der Verfasser dieses Werkes andurch die Versicherung, daß er die betreffenden Untersuchungen lediglich der Sache wegen und aus Liebe zur Geschichte der Familie von Scheidt angestellt hat und das es demselben nicht im entferntesten eingefallen ist, irgend jemanden einen Vorwurf zu machen oder eine Beleidigung zuzufügen. Insbesondere sei noch darauf hingewiesen, daß das, was früher Lebende, einerlei ob Katholische oder Andersgläubige, gesündigt und verschuldet haben, der jetzigen Generation in keinerlei Weise und Richtung hin angerechnet werden darf. Schauen wir mehr auf uns, daß ein jeder an seiner Stelle einer wahren Toleranz sich befleißige.

                                                                    Rüpperichteroth 1885

Die Geschichte der ersten uns bekannten Generation der Familie von Scheidt gen. Weschpfennig  ist bis heute nicht ganz geklärt. Zwar wird schon 1362 der Hauptmann Johann Wolfgang von Scheidt noch ohne den Beinamen Weschpfennig, den sie im 14. Jahrhundert annahmen und sein Bruder, der Hauptmann Balthasar, Vasall zu Fraißberg (Freusburg) auf Burg Windeck und auch als Burgherren in Denklingen zum erstenmal Urkundlich erwähnt. Es ist aber anzunehmen, daß die Ahnen derer von Scheidt schon viel früher hier ansässig waren. Auch wurde schon1423 ein Engelbert von Scheidt g. W. mit der Burg Denklingen belehnt, doch eine gesicherte Stammfolge läßt sich erst ab1442 angeben. Es deutet alles darauf hin, das die Familie den Namensteil  "von Scheidt" nach dem Adelssitz Scheid bei Much führte. Der Beiname "Weschpfennig" legt die Vermutung nahe, daß die Familie von Scheidt einmal mit einem Münzamt beauftragt war. Der Weißpfennig, auch Albus genannt, war im 14. und 15. Jahrhundert die wichtigste Münze am Niederrhein.

Das Familienwappen zeigt einen durch eine goldenen Balken geteilten Schild, der oben im Silber drei blaue Scheiben mit goldenem Rand (wahrscheinlich Münzen) enthält und unten schwarz ist. Helm : gekrönt (Freiherren) offener Flug, jeweils mit Farben und Figuren wie der Schild. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts trat eine Abänderung in der Weise hinzu (heraldisch interessant), daß bei einigen Zweigen der Familien der Balken nach unten hin mit drei Zinnen geeint wurde, auch erscheinen die Scheiben vielfach schwarz statt blau gefärbt. Ebenfalls ist die Helmzier verschieden. Auf jedem Flügel eine Scheibe und eine solche zwischen dem Flug oder drei Scheiben zwischen dem Flug.

Die Wappendevise  lautet:

Audacter et constanter

Kühn und beständig

 

Franz von Scheidt



© UWE VON SCHEIDT 2018